Flensburger Hafen (Foto: Jana Koerth)

Flensburger Hafen (Foto: Jana Koerth)

EVOKED

Die Aufbereitung von relevanten Informationen zum Klimawandel und seiner Auswirkungen für unterschiedliche Interessensgruppen stellt eine wichtige Dienstleistung dar, um den Folgen des Klimawandels angemessen zu begegnen. Dabei handelt es sich nicht nur um die Bereitstellung von Informationen, sondern auch um das Aufzeigen von Handlungsoptionen für Entscheidungsträger und andere Akteure. Bei der Entwicklung und Übersetzung von Klimawissen zu Dienstleistungen oder Produkten soll das Nutzerbedürfnis im Rahmen des Projektes EVOKED im Vordergrund stehen. Das Projekt ist Teil des europäischen Forschungsfeldes für Klimadienstleistungen (European Research Area for Climate Services: ERA4CS) und wird von einer internationalen Initiative (Joint Programming Initiative: JPI Climate) gefördert.

 

Ziele und Methode

Um die Nutzbarkeit und Wert von Klimadaten zu erhöhen und den Folgen des Klimawandels angemessen zu begegnen, verfolgt EVOKED folgende Ziele:

  • Das Risiko und die Unsicherheit verbunden mit Klimadaten in Wissensprodukten verständlich darzustellen.
  • Die Verwendbarkeit von Klimadienstleistungen für End-Nutzer hinsichtlich der Vermeidung von Klimarisiken und zur Unterstützung von Klimaanpassung zu erhöhen.

Innerhalb des Projektes werden die Nutzer mit der Living Lab Methode (Schaffung einer realweltlichen Umgebung) in die Erstellung der Wissensprodukte einbezogen, indem ihre Wahrnehmung von Risiko und Unsicherheit integriert wird und diejenigen Daten bzw. die Vorstellung von Daten identifiziert werden, die Entscheidungen und Handlungen im Bereich Klimaanpassung unterstützen.

Im Kontext des Living Labs wird im Projekt eine Feedbackschleife installiert, die folgende Aspekte beinhaltet:

  • Einen gemeinsamen Entwicklungsprozess von Nutzern, den Anbietern von Klimadaten und den Übersetzern;
  • Eine gemeinsame Erarbeitung von Wissensprodukten wie beispielsweise Visualisierungsinstrumenten und Klimawandelszenarien;
  • Praxistests zur Evaluation der Produkte und ihr Potential für die Initiierung von Klimaanpassungsmaßnahmen, sowie
  • Evaluation der Nutzererfahrungen und Nutzerzufriedenheit.

Durch die Anwendung der Methode des Living Labs ist die Beteiligung von Nutzern als Mitgestalter sichergestellt und gilt im Kontext von Klimadienstleistungen als innovative Herangehensweise. Das Projektteam wird Living Labs in Norwegen, Schweden, Deutschland und den Niederlanden an passenden Fallstudienorten durchführen. Dabei wird sich an den Fallstudienstandorten auf unterschiedliche vulnerable Sektoren, Wassermanagement, Katastrophenschutz und Küstenmanagement, fokussiert.

 

Arbeitsplan des Projektes

Arbeitspaket 1:  Ausgehend von einer nutzerorientierten Entwicklung wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse, Wünsche wie auch Einschränkungen eines potentiellen Produkts oder einer Dienstleistung an erster Stelle gerückt werden (Co-Design).

Arbeitspaket 2:   Auf Grundlage des Co-Design Arbeitspaketes werden Visualisierungsinstrumente und Klimawandelszenarien (Wissensprodukte) generiert. Durch die Beteiligung unterschiedlicher Interessensgruppen wird der Wissensaustausch befördert und führt zu einem besseren Verständnis von Risiko und Unsicherheit (Co-Entwicklung).

  • Dieses Arbeitspaket wird von Prof. Dr. Athanasios Vafeidis betreut.

Arbeitspaket 3:   Evaluation der Praxistauglichkeit der Wissensprodukte aufgrund des Co-Design und Co-Entwicklungsprozesses, indem überprüft wird, ob das gewonnene Wissen zu Klimaanpassungsmaßnahmen und deren Umsetzung führt (Co-Validierung).

Arbeitspaket 4:   Auswertung der Nutzerzufriedenheit in Bezug auf die erbrachten Klimadienstleistungen.

 

Finanzielle Förderung:

  • The Research Council of Norway: RCN (NO),
  • FORMAS (SE),
  • NOW (NL),
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (DE), Europäische Union

Jana Koerth

Geographisches Institut

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Hermann-Rodewald-Straße 9 / Raum 21

24118 Kiel

 

+49 (0)431 880-3884

koerth@geographie.uni-kiel.de

 

Bente Vollstedt

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Geographisches Institut

Ludewig-Meyn-Straße 14,

24098 Kiel

 

(+49) 431 880 1779

vollstedt@geographie.uni-kiel.de